Erschienen am: 1780387671

Der Hauptsitz des LDBV in München

Zur Geschichte des Dienstgebäudes von 1901 bis heute

Das Hauptgebäude des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) in der Alexandrastraße 4 in München hat eine lange Tradition. Seit 125 Jahren ist dieses Gebäude Sitz des Präsidenten und Dienstort für aktuell über 600 Beschäftigte der Bayerischen Vermessungsverwaltung.

Zuvor waren die Beschäftigten des „Topographischen Bureaus“ und der „Steuerkataster-Kommission“ in zahlreichen unterschiedlichen Gebäuden getrennt voneinander und in ganz München verteilt untergebracht. Häufige Umzüge, ständiger Platzmangel und mehr oder weniger marode Gebäude waren das gesamte 19. Jahrhundert hindurch an der Tagesordnung.

Der Bau eines neuen gemeinsamen Dienstgebäudes für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bayerischen Vermessungsverwaltung war also dringend nötig. Am 2. August 1900 war es dann soweit. Der Landtag stimmte der Forderung der Bayerischen Staatsregierung nach einem neuen Dienstgebäude zu und das Finanzministerium gab bekannt: „Seine königliche Hoheit Prinz Luitpold, des Königreiches Bayern Verweser, haben allergnädigst geruht, den Plänen für den Neubau eines Dienstgebäudes des Königlichen Kataster-Bureaus die allerhöchste Genehmigung zu erteilen“. Nur wenige Wochen später war Baubeginn. Eine kleine Anekdote erklärt, warum alles so schnell ging: Das „Kataster-Bureau“ war zuvor im Alten Hof in der Burgstraße 8 untergebracht. Die Platzverhältnisse dort waren jedoch so beengt, dass die Lithographiesteine im Hofbräuhauskeller zwischengelagert werden mussten. Dieser Platz wurde aber dringend für das Maibockbier gebraucht, weswegen die Genehmigung des Neubaus ein bisschen schneller erfolgte.

Das neue Dienstgebäude wurde auf dem Areal des ehemaligen königlichen Holzgartens im Münchner Stadtteil Lehel errichtet. Nach einer kurzen Bauzeit von nur eineinviertel Jahren war das Gebäude bereits im September 1901 fertiggestellt. Bemerkenswert ist, dass nicht nur der Bau schneller als geplant durchgeführt wurde, sondern dass auch die Kosten nicht so hoch waren, wie ursprünglich angenommen. Noch im gleichen Monat zogen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des „Kataster-Bureaus“ in das im neubarocken Stil erbaute Gebäude ein. Der Umzug der Beschäftigten des ehemaligen „Topographischen Bureaus“ erfolgte in der ersten Maihälfte 1935. Ein Meilenstein in der Geschichte des Landesamts, denn zum ersten Mal waren beide Vermessungsbehörden in einem Gebäude vereint. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude 1944 durch einen Luftangriff zerstört, der Wiederaufbau war 1961 beendet.

Durch die immer größer werdenden Anforderungen herrschte jedoch schon bald erneut Platzmangel. Nur wenige Jahre nach dem Wiederaufbau wurde deswegen ein Erweiterungsbau in der benachbarten Oettingenstraße in die Wege geleitet, der in nur zwei Jahren Bauzeit 1962 fertiggestellt war. 1980 kam noch ein weiterer Gebäudetrakt in der Liebigstraße dazu. Dieses Verwaltungsgebäude aus dem Jahre 1953 ist im Stil von Sep Ruf erbaut. Charakteristisch für diesen Gebäudetrakt sind die markanten Treppenhäuser und die dekorativen Wandmalereien. Der Hauptsitz des heutigen Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in München besteht seitdem aus drei miteinander verbundenen Gebäudeteilen in der Alexandrastraße, der Oettingenstraße und der Liebigstraße.

Von 1986 bis 1999 wurde der gesamte Gebäudekomplex generalsaniert. Ein langer Zeitraum, in dem auch viel Kurioses passierte. So berichtete der damalige Präsident des Landesamts in seiner Festrede zur Einweihung des generalsanierten Amtsgebäudes am 8. September 1999: „Es regnete durch das offene Dach in die Landkarten, der Presslufthammer brach in die Dunkelkammer ein, es geschah sogar, dass der Schuh eines Mitarbeiters durch den Fußboden angebohrt wurde.“

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